Alsterpokal 2017

Geschrieben von Hajo Massel
Sonntag, 08. Oktober 2017


Hurra, die Sonne scheint ! Wie geil ist das denn?Alsterpokal 2017

Gestern hatten wir noch Dauerregen. Und auch der Wind meint es an diesem 8. Oktober gut mit uns. Am letzten Wochenende ballerte es noch mit 6-8 Bft, so dass unser jährlicher SGE-Helgolandtörn zum 3. Oktober bereits in Brunsbüttel aufgehalten wurde. Dann kam der schnelle Orkan „Xavier“. Zum Glück sind unsere Boote heil geblieben.

Aber heute mit gut 2 Bft ist alles bestens – für die meisten jedenfalls …

Um 10:10 h treffen die ersten Teilnehmer ein und wir bereiten unsere fünf Conger zum Segeln vor. Jedes der fünf Teams soll jeweils eine Wettfahrt auf jedem Boot bestreiten, so dass mögliche Unterschiede an den Booten ausgeglichen werden. Heike und Jens haben alles perfekt vorbereitet und Meike und Sandra haben sich bereit erklärt, die Wettfahrtleitung zu übernehmen. Nach genau einer Stunde legen alle ab, um an den Start zu gehen. Der verzögert sich allerdings noch ein bisschen. Beim Auslaufen rutscht Norbert von der Kante und nimmt ein „Halbbad“. Meike springt trotz gebrochenem Finger vorübergehend ein. Wie so oft, gibt es in Ufernähe an unserem Steg große Turbulenzen mit zahlreichen Winddrehern und -löchern. Dazu kommen natürlich noch andere Segler, ungewöhnlich viele Ruderboote, SUPs und Alsterbarkassen.

1. Wettfahrt

Genau zum Start zickt der Wind so richtig, und so schieben sich – nicht ganz kollisionsfrei – alle fünf Boote irgendwie über die Startlinie zwischen der nördlichsten Takeltonne und unserer Wettfahrtleiterin. Als wir endlich den Uferbereich mit seiner Mischung aus Am-Wind, Halb-Wind und Vor-dem-Wind verlassen, sind die ersten taktischen Spielchen bereits im vollen Gange. Schließlich geht es um unsere Regattatonne auf halben Weg zum Hotel Atlantic. Von dort hoch am Wind zur Alstertonne 4, raumschots zurück zur Regattatonne und wiederum Am-Wind ab ins Ziel. Wir belegen hinter Jens und Heike sowie Wilfried und Lars den dritten Platz. Trotz Startbehinderung konnten Katja und Anja noch vor Thomas und Meike durch Ziel segeln.
Nun stand – wie auch vor den weiteren Wettfahrten – heiteres Bootetauschen auf dem Programm. Hierzu nahm sich der Wind natürlich keine Auszeit …

0602. Wettfahrt

Natürlich wollten wir jetzt besser vom Fleck kommen, aber kaum läuft der Start-Count-Down, zickt der Wind wieder rum. Als Letzte hüsern wir uns über die Linie und haben Mühe, Anschluss ans Feld zu bekommen. In Luv kleben Katja und Anja wie Honig an uns. Geschenkt wird einem hier nichts. An der Regattatonne sind sie noch vor uns und decken uns anschließend weiterhin sehr souverän ab. Erst nach Rundung der Tonne 4 gelingt es uns, uns zu befreien. Die anderen sind zu diesem Zeitpunkt schon auf und davon. Wilfried und Lars gewinnen vor Thomas und Meike und Jens und Heike.

Alsterpokal 20173. Wettfahrt

30 Sekunden vor dem Start rauschen Katja und Anja auf die Startlinie zu und rufen zum Spaß: „Sandra, pfeiff!“ und Sandra pfeift! Hat sich tatsächlich beirren lassen. Notgedrungen gehen alle rasch nacheinander über die Linie. Aber dann erfolgt doch noch der Gesamtrückruf. Sandra gibt uns eine Minute Zeit zum erneuten Start. So schnell kann ich meinen Start-Count-Down gar nicht programmieren. Verhalten nähern wir uns nach gefühlter Zeit der Startlinie. Ganz in Luv, aber auch mit dem längsten Weg zur ersten Tonne starten wir und können rasch aufholen. Wilfried versucht uns noch hoch zu luven, aber wir lassen uns nicht beirren. Bei Eintritt in den 3-Längen-Kreis haben wir Überlappung hergestellt und dürfen auf Innenposition um die Bahnmarke. Wir nehmen die Boje sehr eng und luven gleich auf volle Höhe an. Wilfried versucht mit noch mehr Höhe auf unsere Luvseite zu kommen, fällt dann aber zurück. Auch er kann nicht gegen den Wind segeln. Vor uns liegen nur noch Jens und Heike. Bis zur Tonne 4 kommen wir näher, schaffen es aber nicht rechtzeitig, Wegerecht zu erlangen. Nach der Rundung geht es raumschots zurück zur Regattatonne. Mal holen wir etwas auf, mal fallen wir etwas zurück. Wir wollen unbedingt in Innenposition um die Tonne. Eine Böe verschafft uns kurz vor der Tonne guten Bootsspeed und wir schaffen es, die paar Meter aufzuholen. Jetzt nur noch Am-Wind zum Ziel – hinein in die Turbulenzzone. Wir können uns an der Spitze behaupten und durchsegeln als erste die Ziellinie. Schacka. Es folgen Jens und Heike, Wilfried und Lars, Thomas und Norbert sowie Katja und Anja.

 

4. Wettfahrt

Der Wind hat inzwischen etwas zugenommen und unter ein paar aufgekommenen Wolken gibt es sehr kräftige Böen. Etwa eine Minute vor dem Start fällt eine davon genau in unser turbulentes Startgebiet. Anja und Katja haut es bei einer „Patentwende“ um. Während Katja ein Vollbad nimmt, schafft Anja es, sich über die Kante aufs Schwert zu retten. Nun muss erstmal ihr Handy gesichert werden. Heike nimmt es im vorüberfahren auf. Der Masttopp steckt bereits im schwarzen Schlick. Auch zu zweit am Schwert bekommen die zwei Mädels die Schaluppe nicht wieder flott. Erst als Wilfried sein Boot parallel zum Mast bugsiert und am Oberwant den Mast aus dem Dreck zieht, richtet sich die Jolle mit Schwung wieder auf. Nun taucht auch Anja ins Alsterwasserbad ein. Über die Kante des führungslosen Bootes zu kommen, ist verdammt schwierig und gelingt ihr nicht. Wieder ist Heike hilfreich zur Stelle. Sie steigt von ihrem Boot über und zieht Anja an Bord, während Katja zum nahegelegen Steg schwimmt und dort von den zahlreichen Schaulustigen in Empfang genommen wird.
Als die ganze Aufregung vorbei ist starten wir die 5. Wettfahrt.


5. Wettfahrt

020Dieses Mal mit nur vier Startern. Das Feld bleibt dicht beieinander und weitere kräftige Böen beuteln uns. Bei einer besonders kräftigen Böe fordere ich Conny auf, die Fock loszuschmeißen. Sie hat sie allerdings in der Mittelklemme belegt und kommt von der Kante aus nicht heran. Noch höher in den Wind steuern will ich aber auch nicht. Die Folgen der „Patentwende“ hatten wir ja gerade gesehen. Endlich hat mein Übergewicht auch mal Vorteile. Wir (und alle anderen) können den Kahn aufrecht halten und die Verfolgungsjagd von Jens und Heike unbeschadet fortsetzen. Mit einem guten zweiten Platz beenden wir diese Wettfahrt. Wilfried und Lars folgen vor Thomas und Norbert.

Die eigentlich geplante 6. Wettfahrt findet nun nach allgemeinen Konsens nicht mehr statt. Bei Sandwiches und Bier, Kaffee und Kuchen schreitet Heike zur Preisverteilung. Unser Lady-Team ist durch die verpasste letzte Wettfahrt mit 19 Punkten auf den 5. Platz zurückgefallen. Davor mit 15 Punkten das Wechselteam mit Thomas, Meike und Norbert, dessen Töchter zwischenzeitlich trockene Klamotten gebracht hatten. Conny und ich haben – wie in den letzten Jahren auch – den 3. Platz (10 Punkte) belegt und dürfen mal wieder diesen Bericht schreiben. Wilfried und Lars mit 9 Punkten knapp davor auf Platz 2 und mit 7 Punkten dürfen Heike und Jens den ALSTERPOKAL ein weiteres Mal mit nach Hause nehmen. Für die Vorbereitung und die leckeren Sandwiches möchte ich Heike und Jens nochmals ganz herzlich danken, aber auch Norbert, dessen Frau einen hervorragenden Kuchen beigesteuert hat. Und was wäre die Regatta ohne unsere Nummerngirls am Start, den Zuschauern, die uns mental unterstützt haben und natürlich den Teilnehmern, ohne die wir ja gar nicht um die Wette segeln könnten?

Am Ende der Veranstaltung haben wir die Boote leergeräumt und fürs Winterlager vorbereitet. Die Saison auf der Alster ist damit beendet. Wir sehen uns bei den Wintertreffen im Clubhaus in Stellingen, jeweils am letzten Donnerstag im Monat. Am 26.Oktober geht es los.

Ahoj Hajo

PS: Hier sind noch mal eine Reihe Bilder zum Durchblättern: