Alsterpokal 2016

Geschrieben von Hajo Massel
Sonntag, 09. Oktober 2016


Alsterpokal 2016Als wir Sonntagmorgen des 9. Oktober an der Alster ankamen, hingen tiefe graue Wolken über der Stadt. So recht konnten sie sich nicht entscheiden, ob sie regnen, nieseln oder ihren Wasserballast für bessere Tage aufbewahren sollten. Der Wind hat sich an diesem grauen Tag erst gar nicht aus seiner Pofe begeben und gab nur laue Atemzüge mit gelegentlichen Seufzern von sich. Auch die Temperaturen zeugten davon, dass der Spätsommer endgültig der Geschichte angehörte.

Was um alles auf der Welt treibt uns an solch einem Tag an die Alster? Gibt es etwas Besseres als melancholisch auf dem Sofa abzuhängen?

Na klar! Denn alljährlich zum Ende der Segelsaison findet auf der Außenalster unsere Jahres-Abschlussregatta um den ALSTERPOKAL statt. Im Gegensatz zum Ansegeln im Frühjahr steht hier der sportliche Wettkampf stärker im Vordergrund und es ist bei der Konkurrenz nicht einfach, seinen Namen auf den Pokal gravieren zu dürfen.

Aus den letztlich  12 Teilnehmern haben Heike und Jens 6 Teams zusammengestellt: Als Favoriten gingen Norbert und Thomas an den Start, die natürlich den Pokal verteidigen wollten. Und dann waren da noch Hajo und Conny, die im letzten Jahr den Pokal knapp nicht bekommen haben. Vielleicht in diesem Jahr? Oder Heike, unsere Seriengewinnerin mit Rolf, beide erfolgreiche Regattasegler bei den Mittwochsregatten ... Jens Ehlers, als erfahrenes, jahrelanges Mitglied, war am Start mit Meike, die ihr frisch erworbenes Wissen vom A-Schein unter Regattabedingungen unter Beweis stellen wollte. Wolfgang, auch ein sehr erfahrener Segler auf Alster und Ostsee ging mit seinem Freund René an den Start, vielleicht ein Überraschungs-Team? Last but not least Jens B. – auch sein Name steht schon öfter auf dem Pokal  - und Lars, auch ein Neueinsteiger, aber immer schön fleißig beim Donnerstagstraining dabei.

Zur Verstärkung unserer Alsterflotte haben wir von der Signal-Iduna noch einen Conger geliehen bekommen, so dass alle 6 Teams gleichzeitig an den Start gehen konnten. Um Unterschiede bei den eigentlich baugleichen Booten auszugleichen, wurden die Boote den Teams zugelost und nach jeder Wettfahrt gewechselt. Die Startlinie haben wir in der Nähe unseres Steges ausgelegt. Sie musste bei dem schwachen NNW-Wind von Süd nach Nord durchfahren werden. Von dort ging es zur Tonne 4 (Alte Rabenstraße), weiter zur Tonne 3 (Kennedy-Brücke), wieder zur Tonne 4 und zurück zur Start-/Ziellinie.


1. Wettfahrt

Die meisten versuchten, dicht an der östlichen Begrenzungstonne zu starten. Nur Jens E. und Meike hielten sich aus dem Getümmel raus, starteten links und fuhren einen souveränen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Unser Minimal-Ziel war, Thomas und Norbert hinter uns zu lassen. Die Seehexe hatte aber einen sehr schlechten Tag, und kam nicht vom Fleck. Als wir dann noch an Tonne 4 verhungert sind, diese berührten und anschließend einen 360°-Strafkringel drehen mussten, steuerten wir abgeschlagen als vorletzte die Ziellinie an. Wären Thomas und Norbert nicht am Ziel vorbei gesegelt, wären wir auch fünfte geworden. So stand letztlich ein 4. Platz in der Ergebnisliste.

 

2. Wettfahrt

Wieder versuchten die meisten, möglichst rechts zu starten und den vermeintlich stärkeren Wind abseits des Alsterufers zu suchen. Auch dieses Mal war dort mehr Wind. Allerdings auch mit etwas nördlicherem Einschlag, so dass hier mehr gekreuzt werden musste als auf der linken Seite. Thomas und Norbert hatten sich von ihrem Fauxpas schnell erholt und errangen den ersten Sieg. Heike und Jens B. blieben konstant auf Platz 2 und 3. Anschließend war eine kleine Pause angesagt. Heike hatte Nudelsalat und Marmorkuchen zubereitet, und Nobert einen sehr leckeren Apfelkuchen. Dazu gab es Kaffee, Wasser und Bier.

 

3. Wettfahrt

Wenn wir noch etwas reißen wollten, musste ein Sieg her. Am Start wollten wir ganz links über die Linie. Dort verdrängen uns allerdings die beiden Jens-Crews. Zwangsläufig kamen wir in deren Abwinde und fielen zurück. Eine rückdrehende Böe ermöglichte uns, anzuluven und Fahrt in die Kiste zu bekommen. Wir konnten links an der Meute vorbei ziehen, die Wendemarke direkt anliegen und gingen schließlich als erste drum herum. Auf dem anschließenden Raumschotskurs vergrößerte sich unser Vorsprung noch und so fuhren wir unseren ersehnten Sieg unbedrängtnach Hause.

 

4. Wettfahrt

Offenbar waren jetzt alle Teams eingespielt und hoch motiviert. Nahezu gleichzeitig gingen alle über die Startlinie und das Feld blieb nahe beieinander. Ganz vorn dabei Wolfgang und René, die kurz vor der ersten Tonne in einer der seltenen Böen beinahe Opfer eines Sonnenschusses wurden. Heike spielte letztlich ihr Können aus und setzte sich an die Spitze des Feldes, gefolgt von Wolfgang, Jens E. und uns.

Alsterpokal 2016

Somit hatten vier verschieden Teams je einmal gewonnen – was durchaus auf ein ordentliches Leistungsniveau schließen lässt. Bei den vielen unterschiedlichen Ergebnissen war es gar nicht einfach, vorab auszurechnen, auf welchem Gesamtplatz wir am Ende gelandet sein müssten. Die Preisverteilung wurde daher mit Spannung erwartet. Mit 6662=20 Punkten gewannen Wolfgang und René rote Schlusslichter. Unsere Titelverteidiger Thomas und Norbert belegten mit 5145=15 Punkten den 5. Platz. Mit einem Punkt weniger errangen Jens B. und Lars den vierten Platz. (3326=14). Punktgleich, aber mit einem Sieg auf dem Konto bekamen Conny und ich die liebevoll (von Heike und Conny) gebastelten Laternen für den dritten Platz (4514=14). Überraschungszweite wurden mit 1453=13 Punkten Jens E. und Meike und erhielten ebenfalls kleine Laternen. Einmal mehr darf Heike mit Rolf ihre Namen auf dem Pokal verewigen lassen. Mit 2231=8 Punkte lieferten sie die konstantesten Ergebnisse ab. Zum Wanderpreis gab es große Sieger-Laternen.

Also wenn ihr mich fragt, hätte man an diesem tristen Herbsttag gar nichts Besseres machen können. Es war sportlich, spannend, gemeinschaftspflegend und hat – und da denke ich, dass ich im Namen Aller spreche – dank der hervorragenden Organisation von Heike - allen viel Spaß gemacht. Ein Grund mehr auch im nächsten Jahr dem grauen des Herbstes zu entgehen und Spaß auf dem Wasser zu haben.

Wir sehen uns – hoffentlich – am 27. Oktober zum Klönschnack im Vereinshaus Stellingen.

Ahoj  -  Hajo

Hier sind noch mal alle Bilder:

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