Winner und Tümmler

Wo sich Winner und Tümmler treffen...
Vor der Küste Schleswig-Holsteins befindet sich eine Welt unter Wasser. Mit Bewohnern, die nur ganz selten auftauchen und in unsere Welt spähen. Wale, Delfine. Moment mal, Delfine? Vor Schleswig-Holsteins Küste? So manch einer mag sich wundern und die verspielten Artgenossen eher in den wärmeren Ozeanen vermuten. Doch, wirklich: Ganz nah und vielen Landbewohnern unbekannt ist die deutsche Ostsee die Heimat von Finnwalen, Schweinswalen, Tümmlern und anderen Arten. Auf unserem Weg Richtung Kiel passierte dann die kleine Sensation. Nein, kein Wal kreuzt unseren Weg, sondern 3 Delfine, die mit dem Boot spielen.

Bei etwa 6 Knoten haben wir die gleiche Geschwindigkeit und die Tiere schwimmen und springen etwa 15 Minuten nah am Bug. Warum Sensation? Der Tümmler ist nur sehr spärlich in der Ostsee anzutreffen. Es handelt sich um verirrte Tiere aus der Nordsee. Sie haben gute Chancen, in der Ostsee zu überleben, denn hier gibt es genug zu fressen. Wo kleine Lebewesen sind, da sind auch größere – so dass auch Delfine und Tümmler, die sich vorwiegend von Fisch ernähren, Futter finden. Dorsch und Kabeljau.

Ich hatte das Glück, mit der Crew von der Sub Divo Tümmler in ihrem natürlichen Habitat zu erleben. Es ist wirklich wundervoll, die Tiere in Freiheit und der Weite des Meeres zu sehen und nicht hinter Glasscheiben. Genau das macht die von den Delfinen ausgehende Faszination aus: Diese spielerische Neugier, mit einer anderen Art friedlich und ganz ohne Scheu "Kontakt" aufzunehmen. Natürlich ist nicht jeder Vertreter so gesellig, doch wurde ähnliches Verhalten bei Großen Tümmlern auch schon in anderen Gebieten der Welt beobachtet. Immer wieder kann man es in freier Wildbahn erleben, wie Delfine in den Bugwellen kleiner und großer Schiffe schwimmen – eine energiesparende Weise des Weiterkommens, die ihnen vielleicht auch noch viel Spaß bereitet!

Aber eigentlich war unser Anliegen, den "tollen" Pokal zu verteidigen. Am Freitag gegen 17 Uhr legten wir in Stickenhörn ab und konnten relativ schnell Segel setzen. Mit Unterstützung des Spi erreichten wir gegen 23 Uhr den kleinen Hafen Lippe in der Hohwachter Bucht. Mein erster Nachttörn, denn es war mittlerweile stockfinster und die Ansteuerungstonnen mussten mit einem Strahler erspäht werden. Es war herrlich - ein leises Plätschern, ruhige See, ein herrlicher Sonnenuntergang achterlich. Was braucht das Seglerherz meer?

Samstag morgen wurden wir dann mit Brötchen von Nele und Thorsten geweckt. Das nenn ich: "Service complet!". Weiter ging es Richtung Fehmarn Burgtiefe. Kurz vor der Fehmarnsund-Brücke mussten wir Mädels HaJo unter Deck verbannen, um ein aufgemotztes Charterboot mit einer Horde Kerlen als weibliche Crew in ihre Schranken zu verweisen. Was für ein Spaß!!! Im Hafen von Burgtiefe trafen wir dann auf Holger. Somit war unsere Crew komplett mit HaJo als Skipper, Conni, Katja, Holger und mir. Holger kannte ich bis dahin nur von einer kurzen Begegnung in Strande! Lustiger Geselle, mit dem man auch viel Spaß haben kann :-))))) Beste Segelvoraussetzungen und gute Stimmung machten es uns schließlich leicht. HaJos Taktik und Kurs ging auf. Und was soll ich sagen - 2. Platz. Na bitte, da geht doch was!

Es war ein rundum perfektes Wochenende. Sonne, guter Wind aus der richtigen Richtung, nette Leute, Tümmler und eine Medaille. Wow - meer geht nicht!!