Brunsbüttel und zurück

Geschrieben von Anja Sellmann

1x Brunsbüttel und zurück, bitte !!

Brunsbüttel2Ein Frühlings-Segelwochenende auf der Elbe! Nachdem wir unsere Siebensachen auf der Arielle verstaut, den Proviant begutachtet und eine sehr kurze Einweisung geschafft haben, soll es endlich losgehen. Am frühen Morgen tuckern wir, Thomas, Karin, Eva und ich gemütlich los und landen gegen 17:30 Uhr MESZ in Brunsbüttel (53° 53' 56.005" N 9° 8' 1.987" E). Die Windverhältnisse waren nicht die besten, aber hey, was soll's… wir sind auf dem Wasser! Und nur das zählt!!! Wie immer funktioniert der miese, üble Trick auf Anhieb. Ablegen und alles Unwichtige bleibt an Land. Was für ein Gefühl von Freiheit!

Brunsbüttel3Erst zaghaft, dann etwas schneller fahren wir vom Hafen hinaus auf die Elbe. Das anfänglich mulmige Gefühl, als ich schließlich mit dem Boot alleine zurecht kommen soll, löst sich relativ schnell in Luft auf, als wir die ersten Meter unter Motor zurücklegen. Ablegen hat schon mal geklappt … uff! Mit Wind im Nacken und zerzausten Haaren schippern wir die Elbe flussabwärts entlang. Die Segel sind gesetzt und mit immerhin 2 bft (boah, Wahnsinn) schippern wir unserem Abenteuer entgegen. Die Zeit scheint still zu stehen, ich habe kein Zeitgefühl mehr.

Eine ganze Weile träumen oder nickern wir dort auf dem Wasser vor uns hin. Während der Fahrt genieße ich das herrliche Panorama um mich herum und halte Ausschau nach Seehunden, die wir dann auch auf der Sandbank stromabwärts bei Brokdorf entdecken. Auch sie faulenzen in der Sonne, genau wie wir. Allerdings bestimmt ohne eine rote Rübe dabei zu bekommen.

Gegen 17:30 Uhr erreichen wir schließlich Brunsbüttel und haben Glück. Keine Warterei, das Schleusensignal blinkt weiß. Jetzt aber schnell den Gashebel noch etwas hochfahren und dann ruck zuck in das offene Schleusentor. Und was soll ich sagen…, auch dieses Anlegemanöver hat prächtig geklappt. Thomas gibt immer wieder nützliche Hinweise, das soll er auch! Es ist gut einen erfahrenen Skipper an seiner Seite zu wissen. Aber eine Herausforderung gibt es noch zu bewältigen. Das Anlegemanöver in der Marina, die immerhin ziemlich eng ist, und zu wissen dass das Hafenkino immer eingeschaltet ist, macht mich noch etwas nervös. Da heißt es "ruhig Blut" alte Dame, du schaffst das schon… Et voilà. Ich habe angelegt, ohne die Versicherung anschreiben zu müssen.

Als ich die ersten paar Meter laufe, schaukelt es um mich herum. Ich fühle mich, als hätte ich zu tief ins Glas geguckt und bekomme einen Lachanfall. Karin und Eva geht es nicht anders. Es fühlt sich tatsächlich an, als wäre ich noch auf dem Wasser! Das irrwitzige Gefühl hält noch bis in den Abend an – Die gelegentlichen Lachanfälle zum Leidwesen der Crew ebenfalls. In dem Hafen war richtig was los – von einem Eiscafé über dem obligatorischen Fischessen am Abend im Torhaus und dem Bier bei "Gitta" mit Live Musik – alles top. Was für ein Tag! Am Abend bin ich immer noch so aufgeregt, dass ich kaum einschlafen kann. Ich blinzle in die Sonne. Bin im Hier und Jetzt glücklich!Marina Brunsbüttel

Brunsbüttel4Am nächsten Morgen gibt es noch eine kleine aufregende Arbeit zu verrichten. Die Glühbirne des Dampferlichtes musste ausgetauscht werden. Dafür durfte ich dann die grandiose Aussicht vom oberen Ende des Mastes genießen. Es folgt ein schöner Segeltag, sehr spaßig! Unsere Arielle blüht regelrecht auf, als wir die Segel setzen und Kurs stromaufwärts nehmen. Frikadellen, Kekse werden in den Mund geworfen und Baguette vertilgt. Es fehlt uns an Nichts. Erkenntnis: Thomas ist als geübter Hausmann zu gebrauchen und schüttelt sein Haar, während er mit seinen schmalen Händen das Cockpit aufwischt. (Ein Schwell hat die Kaffeebecher überschwappen lassen.) Aber gut zu wissen, dass er auch dieses Manöver sicher beherrscht.

Alle mal an die Pinne !!!

Es macht einfach Spaß! Wir gucken und machen Fotos - uns flasht es!

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