24-Stunden Regatta

 

Anja11

Es gibt sie, diese Besessenen, auch Segler genannt, die den Wind so sehr mögen, dass sie sich von ihm safariartig, also in einer Segel-Safari, voran treiben lassen. Denen ungemütliches Wetter mit Wolken und Regen nichts ausmacht, wenn es nur Wind gibt. Natürlich bevorzugen auch wir Sonne und warme Temperaturen.

Doch vor allem…Wind.

Die Ostsee hat Wind. Viel Wind. Und dabei Sonne und Wärme zu Zeiten, zu denen Sommer-Sonne-Strand-Touristen vorzufinden sind, da das Schlechtwetterrisiko dieses Jahr – man staune – nicht sehr groß ist.

Die Idee: Eine Segel-Safari in der Ostsee. Segelreviere verschiedener Schwierigkeitsgrade und Charaktere rund um die Kieler Förde entdecken. Die Route bestimmt der Wind, bei der möglichst viele Seemeilen zusammen ersegelt müssen. Die Protagonisten: HaJo, Skipper und Initiator der Challenge auf seiner Sub Divo, Rolf, Ostfriese und ruhiger, erfahrener Segler der Weltmeere, Jens, Gastsegler aus Kiel und dann ist da noch die Nordratte A.S., schwer infizierter Wind-Neuling, voller Vorfreude auf die Aussicht eines weiteren Nacht-Törns.

Was für eine Stimmung…

Anja12Start war um 20 Uhr in Kiel Heikendorf. Unsere Route Richtung Fünen wird vom Wind festgelegt. Es erwarteten uns unglaublich schöne Eindrücke Richtung Norden. Da Mittsommer noch nicht allzu lange entfernt lag, konnten wir die ganze Nacht einen hellen, orangefarbenen Streifen am Horizont beobachten. Gleichzeitig war es gen Süden stockfinster. Und der Mond leuchtete uns hell an.

Hajo und Jens lagen unter Deck und schliefen, während Rolf und ich vor lauter "Oh" und "Ah" nicht aus dem Staunen kamen.

Flaute

Bis zur Mittagszeit kamen wir gut voran. Doch dann dümpelten wir für etwa zwei Stunden in der Kieler Förde mit 0 kn Speed herum. Die angesagte Flaute hatte uns erreicht. Motoren war ja nicht erlaubt - es hieß ab zu warten. Also beobachten wir von unserem Logenplatz das Naturschauspiel, alles geht gemächlich voran. Wir sind ein wenig neidisch auf die Boote, die da hinten vorankommen, denn auf dem Meer ist es unheimlich warm und die Sonne brutzelt aufs Hirn. Doch plötzlich rekelt sich etwas… Wir erwachen aus unserem Dämmerschlaf, schauen hoch in die Segel, das Klappern der Seile ist nicht mehr zu hören.

Wendtorf ist unser zweiter Hafen, den wir ansteuern. Dann Strande, Heickendorf, Strande und Zieleinlauf gegen 19:30 Uhr in Mönkeberg. Da hieß es ständig die Segel zu hissen, den Spiegel zu setzen. Profihaft erledigten wir unsere Pflichten als Crew. Es erwartet uns eine tolle Hafenparty mit Live Mucke.

Erkenntnis: Der Erfolg war nebensächlich - das Naturschauspiel atemberaubend.

 

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