16. Juni - Klaipeda

Nachdem ich Hans und Jörg mit einem Leihwagen zur Fähre gefahren habe, nutze ich die Transportgelegenheit, um Diesel, Mineralwasser und frische Lebensmittel einzukaufen. Sonst müsste ich ja alles zu Fuß heranschleppen.

9 Nida   HolzwimpelAm nächsten morgen, Sa. 15.06., komme ich mit meinem litauischen Bootsnachbarn ins Gespräch. Er will gleich nach Nida segeln und schwärmt mir in den schönsten Farben vor, wie schön das Segeln im Haff ist. Hmm. Mein Plan sieht eigentlich vor, am Sonntag mit der Fähre und dem Bus nach Nida zu fahren. Aber das Wetter ist wirklich verlockend... und zeitlich würde es auch passen. Erst mal fahre ich aber bis kurz vor die lettische Grenze, um Martin vom Flugplatz Palanga abzuholen. Ich bin gut in der Zeit und fahre noch zum nächsten Ort. Dieser ist ein endloser Ferienort mit allen Kategorien an Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätzen. Bis zum Strand bzw. an die Dünen kann ich nicht fahren, aber den Menschenmassen nach zu urteilen, ist dort mächtig was los. Das Wetter ist ja auch zu schön. Und, warum sollte das Strandleben in Litauen anders aussehen als in Scharbeutz, Cap d’Agde oder Almeria?

Martins Flieger kommt pünktlich und um 14:30 h sind wir zurück an Bord. Auch wenn er noch etwas müde ist – er musste schon um 5:30 h am Hamburger Flughafen sein – gefällt ihm die Idee, heute noch nach Nida zu segeln. Um 16:30 sind wir auf der Memel und segeln an den schier endlosen Hafenanlagen entlang. Nach gut einer Stunde kommen wir durch eine Enge ins Haff. Der Wind kommt hier fast direkt von vorn und nimmt auch noch rasch ab. Wir nehmen die Maschine zu Hilfe und tuckern durch mehrere Dutzend Angelboote. Die haben sich teilweise direkt in die eh sehr enge Fahrrinne gelegt. Als wir endlich freies Wasser haben, ist der Wind völlig eingeschlafen.

So macht es keinen Sinn, auf Biegen und Brechen nach Nida zu kommen. Wir drehen um und kommen dabei kurz an den Rand des Fahrwassers. SUB DIVO macht einen sanften Diener. Typisches Zeichen für "Kiel im Schlick". Da haben all eure guten Wünsche mit „immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ nichts geholfen. Ein Blick auf das Lot zeigt 1,30 m. Bei 1,65 m Tiefgang passt da keine Hand mehr drunter. Ist aber alles gar nicht schlimm. Erstens war es weicher Schlick und zweitens sind wir einfach rückwärts wieder rausgefahren. Als Elbsegler hat man damit Erfahrung.9 Nida   Sonnenkalender

Heute, Sonntag, sind wir dann – wie ursprünglich geplant - mit der Fähre auf die Kurische Nehrung. Der nächste Bus fährt erst in 1 ¾ Stunden. So’n Schiet. Kaum haben wir das registriert, spricht uns ein Taxifahrer an. Er würde uns und andere Fahrgäste mit seinem VW-Bus zum gleichen Preis nach Nida fahren. Super. Eine Stunde später haben wir unser Tagesziel erreicht. Nida strahlt die Ruhe und Gelassenheit eines Kurortes aus. An den Laternenmasten hängen Geranien, es gibt viele schön bepflanzte Beete und Parks, überall stehen Fahnenmasten mit einem kunstvoll gefertigten Holzwimpel und natürlich gibt einen schönen Wanderweg am Haff-Ufer. Erst mal schauen wir uns aber den Yachthafen an. Hier hätten wir uns sicher wohlgefühlt. In wie weit die sanitären Anlagen dem äußeren Eindruck standhalten, weiß ich allerdings nicht.

Nächstes Ziel ist das Thomas-Mann-Haus. Dieser hat sich Ende der 20er Jahre in Nidden (Nida) ein Ferienhaus bauen lassen, konnte es aber gerade mal 3 Jahre nutzen. Außer der Nachbildung des Hauses mit vielen Bildern und Schriftstücken ist nicht viel zu sehen. Ein weiteres Museum ist vor allem bildenden Künstlern gewidmet, die sich hier in den 20er Jahren aufgehalten haben. Von Max Pechstein, auf dessen Erinnerungstafel wir ja schon in Leba gestoßen waren, und der demnach seinen Aufenthaltsort von Nida nach Leba verlegt hat, ist hier scheinbar nichts bekannt. Weiter geht es auf die große Düne. Auf dem Gipfel in etwa 40 m Höhe steht ein großer Obelisk, der gleichzeitig der Zeiger eines riesigen Sonnenkalenders / -Uhr ist. Die Nehrung ist hier etwa 1,5-2 km breit. Wir wollen – getreu dem Motto: "Wenn ich die See seh', seh' ich kein Meer mehr“ – neben dem Haff auch das Meer sehen. Wir wandern durch die typischen Kiefernwälder, werden von Heerscharen, ca. 1,5 cm langer Mücken überfallen und gelangen schließlich mitten im FKK-Strand ans Meer. Der nächste Strandabschnitt ist nur Frauen vorbehalten, aber ansonsten ist es wie in Kühlungsborn, Arcachon und Tarragona...

9 Sub Divo wird zur Fotokulisse
 

 

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