21. Juni - Wettfahrt

Am Mittwoch sind wir noch in Pavilosta (Paulshafen) geblieben. Der Wind war zu schwach und kam auch noch aus Nord, also genau aus der Richtung, wo wir als nächstes hin wollen.

PavilostaNach dem Aufstehen durften wir erst mal eine 45-minütige Wanderung zum nächsten Kaufmannsladen machen, um Brot einzukaufen. Wir waren tatsächlich auf der falschen Seite des Hafens gelandet. Na ja, wenigstens hatten wir von hier aus einen sehr kurzen Weg zum Strand und den sind wir endlos weit abgelaufen. Wie enttäuscht war ich, als ich auch nach einer Stunde immer noch Fußspuren nachgelaufen bin. Nach 1,5 Stunden kamen sogar ein paar Menschen aus den Dünen. Na ja, war wohl doch etwas zu naiv zu glauben, hier wäre alles komplett unberührt. Aber einsam war es auf jeden Fall, und der Sand war weich, weiß und es war erstaunlich wenig Müll angeschwemmt worden.

Wohlweislich hatten wir gleich etwas mehr Brot besorgt, so konnten wir gestern gleich nach dem Duschen frühstücken und sind dann im Abstand von ca. 30 min. zu unseren beiden deutschen Stegnachbarn um 11:15 h aufgebrochen. Noch im Hafen haben wir das Groß gesetzt und gleich hinter den Molen stand der Spi. Bei 2-3 Bft. aus SSO konnten wir die SUB DIVO ruhig mit 5-6 kn laufen lassen. Die See war völlig glatt, der Himmel leicht bedeckt und die Temperaturen sehr angenehm. Dann schlief der Wind ein. Es wurde stickig heiß. Also: Spi runter und die Unterwassergenua gesetzt. Nach 45 Min. hatte sich der Wind entschieden, wieder leicht zu wehen. Dieses Mal aus SSW. Also: Spi wieder hoch und Maschine aus.

Das schönste am Segeln ist, wenn man einen „Mitbewerber“ – um nicht „Gegner“ zu sagen – hat. Die Scalar 34 "FRAU LUNA" lag etwa eine halbe Seemeile vor uns und setzte nun ihre Genua und schaltete auch den Motor aus. Weit vor uns lag die Hallberg-Rassy 42. Leider setzten sie nicht erneut die Segel und haben sich damit disqualifiziert. Die Jagd auf die Scalar war eröffnet. Erst liefen wir ziemlich gleich schnell. Martin stand am Ruder. Ich beschäftigte mich mit dem richtigen Segeltrimm. Erst als wir etwas angeluvt hatten und den Spi im optimalen Winkel zum Wind eingestellt hatten, sind wir in Luv an ihr vorbei gezogen. Schönes Ding. Wir haben uns dabei gegenseitig fotografiert und die Bilddateien am Abend ausgetauscht. Leider hatte der Wind wieder keinen langen Atem und nach 3 Stunden – die Scalar war weit achteraus geblieben – mussten wir wieder die Segel streichen und die letzten 3 Stunden motoren. Hier hat "FRAU LUNA" wieder ihre (Pferde-)stärken gezeigt und uns mit links überholt.beim Überholen der FRAU LUNA

Kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Ventspils wurde es noch mal spannend. Von See her näherte sich ein 233 m langer Öltanker, mit zwar abnehmender aber doch deutlich höherer Geschwindigkeit als unserer. Im AIS konnten wir gut mitverfolgen, wie er langsamer wurde. Lange Zeit sah es so aus, als ob sich unsere Kurslinien direkt zwischen den Molenköpfen schneiden würden, aber dann waren wir – zum Glück – doch früher da. Zum Glück deshalb, weil die Tanker gleich hinter der Mole im Hafenbecken gedreht werden um dann an den Öl-Piers festzumachen. Die ganze Aktion hätte fast 1 Stunde gedauert und wir hätten vermutlich draußen warten müssen.

In Ventspils endet eine Pipeline aus Russland. Etwa 20 % des russischen Rohöls wird von hier aus verschifft. Außerdem gibt es Fährverbindungen nach Travemünde, Schweden und Finnland, und eine große Fischfangflotte. Der Yachthafen liegt im hinteren Teil des Fischereihafens. Gleich neben uns ist eine Fischfabrik. Der meiste Fisch wird dort geräuchert. Aus 8 Schornsteinen steigt ständig weißer Rauch auf – so viele Päpste gibt es doch gar nicht. Leider steht das bisschen Wind so, dass wir gleich mitgeräuchert werden. Heute haben wir bei 32°C zu Fuß den Ort erkundet und uns Bustickets nach Riga besorgt. Conny kommt dort morgen an und Martin tritt von dort seine Heimreise an. Wir werden SUB DIVO hier ein paar Tage allein lassen und haben vor, nächsten Dienstag wieder in See zu stechen. Ziel wird Kursesaare auf Saaremaa (Estland) sein.endlose Strände

 

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