02. Juli - Logbuch

Samstag, 29.Juni 2013, Hafentag in Haapsalu
 7:00 h  Es regnet. Der erste Regentag seit 4 Wochen. Wir drehen uns noch mal um und schlafen weiter 
 9:00 h Es regnet. Nach dem Duschen im sehr schönen Clubhaus mit tadellosen Sanitär-Einrichtungen nehme ich das Kick-Bord und rollere in den Ort um Brot/Brötchen zu besorgen. Sauanstrengend. Joggen wäre besser gewesen.
11:00 h Es regnet. Ich repariere den Pumpmechanismus vom Bordklo. Ein Kunststoffteil ist zerbrochen. Ich improvisiere und schnitze aus einer Abdeckung ein Ersatzteil.
13:00 h Es tröpfelt. Wir machen uns auf den Weg in den Ort. Kurpromenade, Altstadt, Burg, Café Dietrich (lecker Kuchen), Bahnhof von Zar Nikolaus II, Einkauf, Kurhaus
18:00 h Leicht bewölkt. Wir essen im Clubhaus. Werden zur Old Fashioned Disco im Nachbarhotel eingeladen.
21:00 h Sonnig. Ich schreibe meinen Blog zuende und anschließend suchen wir gemeinsam Fotos aus.
23:30 h Seit einer halben Stunde läuft die Disco. Wir können die Musik an Bord hören. Sie ist sehr schlagerlastig. Ich wusste gar nicht, dass Roland Kaiser auch auf estnisch gesungen hat.
bin badenSonntag, 30. Juni 2013, von Haapsalu nach Dirhami

Die Wettervorhersage hat morgens 1 Bft und ab mittags 2 Bft angesagt. Sonnig, 25 °C.

 
  3:00 h  Roland Kaiser singt
  5:00 h Roland Kaiser singt schon wieder
  7:00 h Roland Kaiser singt immer noch
  9:00 h Frühstück mit Roland Kaiser. Ein paar Tanzmäuse gehen im Hafen schwimmen. Wassertemperatur: 24,8°C. Wir sind das einzige Schi ff am Steg. Alle anderen (7 Boote) sind schon weg. Mochten wohl Roland Kaiser nicht.
13:10 h Wir ziehen SUB DIVO ans Stegende, setzen das Großsegel und legen ohne Maschinenantrieb ab
13:20 h Kaum habe ich die Genua gesetzt, müssen wir im engen Fahrwasser genau gegen den Wind. Die Arbeit hätte ich mir sparen können. Maschine an.
13:30 h Maschine aus. Wir können auf Kurs Nord gehen. Dachte ich.
13:35 h Wir sehen eine weitere Fahrwassertonne im Westen. Zu früh gefreut. Maschine an.
13:40 h Maschine aus. Genua wieder hoch.
15:00 h Wir werfen einen Fender mit langer Leine aus und ich gehe bei 2 kn Fahrt baden. Wassertemperatur: 22 °C
16:00 h Genua runter, Spi hoch
16:30 h Wind schläft ein. Spi runter. Maschine an
16:40 h Wind dreht auf NO
17:00 h Wind N 2. Gegenan kreuzen würde uns jetzt zu lange dauern
18:15 h Wir erreichen nach 20,3 sm Dirhami. Ca. 20 Yachten sind im kleinen Hafen, 1 Deutscher, 1 Norweger, 1 Este, sonst nur Finnen. Der Hafenmeister weist uns einen Platz zu. Beim Festmachen fällt eine Leine über Bord. Mit dem Bootshaken plus zwei Verlängerungen versuche ich die Leine bei 3,5 m Wassertiefe wieder herauszufischen, vergeblich. Ein jüngeres Pärchen kommt vorbei. "Wir sind die von der norwegischen Omega 42. Ich könnte mit meiner Angel aushelfen." Jan fischt nach der Leine, vergeblich. Jetzt kommt Celine im Bikini und taucht ab. Gleich im ersten Versuch findet sie die Leine im Schlamm. Als Dank laden wir die beiden zum Grillen ein.
20:30 h Wir grillen. Aus alten Baumaterialien und unserem Rolltisch bauen wir uns eine gemütliche Sitzecke. Die beiden sind Deutsche. Jan ist Zahnarzt, Celine Juristin, arbeitet aber als Englisch- und Französisch-Lehrerin. Beide sind vor sechs Jahren nach Trondheim / Norwegen ausgewandert und sind Anfang April dort bei Schneefall gestartet. Über Helgoland, Dänische Südsee und Bornholm haben sie auf ähnlicher Route wie wir Dirhami erreicht.

Schmetterling


Montag, 01. Juli 2013 von Dirhami nach Lohusalu

Eine aktuelle Wettervorhersage haben wir mangels WiFi nicht gelesen, aber es war nicht böses angesagt

 9:00 h  Wir gehen Duschen, der Hafen ist halb leer. 
 9:30 h Wir sind das zweitletzte Boot im Hafen. Sind wir so verschlafen oder stand doch etwas böses im Wetterbericht?
12:05 h Wir legen ab und setzen noch im Hafen das Großsegel und die Genua. Mit 3 Bft Wind aus West machen wir gleich gut Fahrt.
12:25 h An der Ansteuerungstonne von Dirhami bergen wir die Genua, setzen den Spi und gehen auf Kurs 60°.
13:30 h Der Wind nimmt zu und wird böiger. Die Sonne schaut nur noch gelegentlich zwischen den Wolken hindurch. Unter den dunklen Wolken gibt es Böen bis 23 kn. Die Welle wird unangenehm zu steuern. Bei über 50 m Wassertiefe hätte ich eine gleichmäßigere Welle erwartet.
14:00 h Wir bergen das Spi und setzen wieder die Genau, die wir mit dem Spi-Baum nach Luv ausbaumen.
16:15 h  Wir laufen mit halbem Wind in die Bucht von Lohusalu ein. Als Wegmarke dient uns ein auf Grund gelaufenes Wrack. Kurz vorm Hafen bergen wir die Segel. 27,9 sm stehen auf dem Tages-Meilen-Zähler.
16:30 h  Der Hafenmeister weist uns einen Platz zu. Nachdem er, noch am Steg, alle Formalitäten aufgenommen hat, nennt er uns den Preis fürs Liegegeld: 23 €. Das ist bisheriger Rekord. Der Hafen füllt sich. Fast alle sind Finnen mit großen Booten. Wir mit unseren 30 Fuß gehören zu den kleinsten. Der Hafen ist mit sehr modernen Gebäuden ausgebaut. Sanitäranlagen – natürlich mit Sauna – sind piekfein. Der Ort besteht scheinbar nur aus modernen Villen auf großen Waldgrundstücken. Alle sind mit Kameras überwacht. Schickimicki ist nicht unsere Welt und so verzichten wir gern auf einen Besuch im Hafenrestaurant.

 

Tallinn

Dienstag, 02. Juli 2013 von Lohusalu nach Tallinn

Es ist südwestlicher Wind um 3 Bft vorhergesagt. Dazu Sonne mit ein paar Wolken.

11:30 h  Gefühlt sind wir früh dran, trotzdem sind wir wieder so ziemlich die letzten, die den Hafen verlassen. Wir lassen uns vom Steg zurück an die Moorringsboje treiben, machen dort mit dem Bug kurz fest und setzen das Großsegel. 
11:35 h Leinen los. Da gerade keine Böe kommt, helfe ich für 20 Sek. mit der Maschine nach, um nach achtern zu fahren. Dann kann ich auf Kurs gehen. In der Hafeneinfahrt machen wir bei halbem Wind schon 4,8 kn Fahrt. Gleich dahinter setzen wir die Genua und gehen vor den Wind. Für die gut 2 sm, bis wir aus der Bucht heraus sind, lohnt sich's nicht, den Spi herauszutüdeln.
12:00 h Wir können auf Kurs 60° gehen. Raumschots. Die Genua bekommt gerade genug Luft um stabil zu stehen. Der Wind pendelt sich auf 3 Bft ein.
14:30 h Wir erreichen die Bucht von Tallinn, gehen auf Am-Wind-Kurs.
15:00 h  1,5 sm vor der Hafeneinfahrt bergen wir die Genua und ich funke RADIO 5 an, um eine Erlaubnis zum Einlaufen in den Hafen zu erbitten. Wir dürfen hinein, bergen das Großsegel und tuckern los. Um in den Old-City-Harbour von Tallinn zu gelangen, müssen wir durch den Fähr- und Kreuzfahrt-Hafen. Wenn sich einer der großen Dampfer bewegt, ist die Passage für uns gesperrt. Neben den Anweisungen über Funk regelt hier eine Verkehrsampel den Verkehr für die Sportboote. 
15:30 h Nach 21,4 sm machen wir im modernen Stadthafen fest. Liegegeld: 35 €. Dafür sind Sauna und Waschmaschinennutzung inklusive. Alternative wäre der ca. 5 km außerhalb von Tallin gelegene Olympiahafen Pirita gewesen. Am Abend machen wir einen ersten Stadtrundgang in der sehr touristischen Altstadt von Tallinn. An der Stadtmauer findet eine Garten- / Pflanzenschau statt. Sehr schöner Kontrast zu den alten, eindrucksvollen Mauern.

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