23. Juli - Eingeweht in Mariehamn

Musikszene MariehamnHeute ist tatsächlich schon der 7. Tag, den ich hier in Mariehamn verbringe. Grund dafür sind weder die vielen Musikkneipen, noch das Rock-Off-Festival und schon gar nicht die Spielbank. Der Wind ballert hier seit einer Woche mit 6 Bft aus Nord. Die Böen gehen locker in den 7 Bft- Bereich. Immerhin ist es weitestgehend trocken und an den meisten Tagen hatten wir mehr Sonnenschein als geschlossene Wolkendecke bei Temperaturen um die 20 °C. Aber was sollte ich mich beklagen? Nach 7 Wochen super Sommer-Segel-Wetter ist das noch lange kein Grund, in Trübsal zu verfallen.

Mein Plan sah eigentlich vor, am Donnerstag, nachdem ich Holger zur Fähre gebracht hatte, oder spätestens am Freitag allein in die umliegende Schärenwelt zu segeln. Aber um bei 6 Bft alles allein zu managen, war mir das Risiko einfach zu groß. Ich hatte und habe ja keinen Zeitdruck. Auch meine Idee, am Samstag vom Osthafen in den Westhafen zu wechseln, habe ich verworfen. Hier am Osthafen tobt das Leben. Im Westhafen ist es idyllischer, aber eben auch langweiliger. Die Strecke rund um die Schären im Süden von Mariehamn hätte immerhin 15 sm betragen, und dann das erste Mal bei Starkwind im voll besetzten Hafen allein anzulegen... Die Show wollte ich nicht vorführen. Wie gesagt, wenn ich müsste..., aber ich muss ja nicht.

Rush Hour am FährhafenSo bin ich denn auch endlich dazu gekommen, meine Jogging-Schuhe zu schnüren. Mariehamn hat wunderbare Spazierwege direkt an der Küste, mit Blick auf die umliegenden Schären, schöne Häuser am Ufer und natürlich auf das fantastisch glitzernde Wasser im warmen skandinavischem Sonnenlicht. Am Samstag fand hier ein großes Treffen mit Ami-Schlitten aus den 50er, 60er, 70er und 80er Jahren statt. Heiße Kisten. Die Luft roch nach Benzin, die V8- Motoren brachten alles zum Vibrieren und die Typen in den Wagen waren eine Show für sich. Gefühlte 4 Stunden sind die ca. 100 Teilnehmer die Küstenstraße immer wieder rauf und runter gefahren. Beim Joggen konnte ich die Parade dann gleich zwei weitere Male abnehmen und aus dem "Freigehege" des anschließenden Saunabades noch einmal. Klar, dass am Abend in den Musikkneipen das Gedränge um so größer war.

Sonntagmittag bin ich dann zum Fährhafen gewandert, um Nele und Torsten abzuholen. Dort herrschte Hochbetrieb. Zwei Fähren wurden gerade beladen. Die meisten Ami-Schlitten standen dort schön in der Schlange und warteten auf ihre Verschiffung. Von Süden näherten sich die beiden nächsten Fähren. Drangvolle Enge. Es ist schon erstaunlich, dass die 11.000 Einwohner zählende Hauptstadt der Alandinseln so intensiv von den Fähren zwischen Schweden und Finnland und auch Estland angelaufen wird.

Leider haben Nele und Torsten das schöne Wetter in Deutschland gelassen und so warten wir weiterhin auf bessere Bedingungen. Aber Morgen, morgen soll es auf 4 Bft abflauen. Wahrscheinlich wird sich der gesamte Hafen bis spätestens um 12:00 h geleert haben. Alle, wirklich alle warten auf weniger Wind. Auch Nina und Matthias aus Turku – die wir ja auf Enklinge getroffen hatten – haben nach einer Woche Mariehamn die Faxen dicke, wobei Mariehamn mit Sicherheit nicht der schlechteste Hafen zum Abwettern ist ...

BootsschuppenSUB DIVO ist inzwischen mit frischem Proviant für die nächsten Tage beladen. Unser Ziel wird Arholma sein (59°51 N / 19°07 E), eine schwedische Schäre im Norden des Stockholmer- Skärgards. Dort warten sicherlich genau so viele Segler auf ihren Absprung zu den Alands wie hierin der Gegenrichtung.

 

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