20. August - Puff-Zisch-Bläh

Wie bereits im letzten Törnbericht erwähnt, wurde das erste Mal auf dieser Ostseerunde die Zeit ein bisschen knapp. So sind wir am Freitag, 16.August ohne weitere Besichtigung des Ortes in Borgholm gestartet. Im Hafen war es warm, sonnig und der Wind war nicht so genau einzuschätzen. Ich entschied auf jeden Fall, die kleine Fock anzuschlagen. Auf die größere Genua umzuwechseln ist bei leichten Wind einfacher als bei viel Wind vorn auf dem Deck zu arbeiten. Noch im Hafen setzten wir die Segel und konnten mit halben Wind rasch den betonnten Weg hinaus in den Kalmarsund segeln. Dort luvten wir an und konnten zu meiner Freude viel direkter auf Kalmar zuhalten, als ich nach der Windvorhersage vermutet hatte. Schönes Ding! Leider verflüchtigte sich die Freude einen kurzen Augenblick später. Offenbar war der Wind durch einen Felsvorsprung einerseits abgelenkt und andererseits abgemindert. Kaum waren wir um die Nase herum, kachelte es mit 5-6 Bft los. Wellen spritzten. Wir schoben ordentlich Lage. Ganz schnell refften wir das Großsegel so klein wie möglich und trotzdem blieb es eine nasse Angelegenheit. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Zwar lag die Wetterschutzkleidung bereit, aber wir hatten sie halt noch nicht an. Während ich unter Deck verschwand, um mich umzuziehen, bekam Conny ein volle Dusche. Auch Laura blieb nicht trocken. Kurz bevor ich dann das Ruder übernahm, gab’s dann noch 'ne Pütz frischen Seewassers ... Hoch am Wind kreuzten wir den Sund hinunter. Ich saß oben auf der Kante, Conny und Laura eine Stufe darunter auf den Sitzbänken im Cockpit. Als kleinen Trost für die Duschen, hatte ich erlaubt, die Sprayhood aufzubauen. So blieben meine beiden Mädels von nun an wenigstens halbwegs trocken.da braut sich was zusammen

da braut sich noch mehr zusammen17 sm sollte unsere Tagesdistanz betragen. Nach 22 sm hart am Wind, kurz vor der Ölandbrücke, haben wir dann das Vorsegel gestrichen und unsere "Unter-Wasser-Genua" in Betrieb genommen. Ich weiß nicht wie es euch geht, wenn ihr bei ordentlich Gegenwind Rad fahrt. Ich fühle mich dann immer wie ein aufgepusteter Luftballon. Man kann gar nicht so viel ausatmen wie Luft in die Lungen gedrückt wird. Puh. Genau so fühlte ich mich jetzt auch. Zu allem Überfluss löste einen kurzen Augenblick später auch noch meine Automatik-Schwimmweste aus. Es machte Puff-Zisch-Bläh und mein Hals steckte in einer dicken gelben schlüssellochförmigen Luftwurst. So ein Mist. Durch das viele Spritzwasser hat die Weste wohl gedacht, ich sei schon längst über Bord gegangen... Naja, wenigstens funktioniert sie.

Der Yachthafen von Kalmar gefiel uns dann ganz gut. Gleich nebenan befindet sich der Bahnhof und nachdem wir trockengelegt und landfein waren, haben wir für Conny erst mal ein Fahrkarte nach Hamburg besorgt. Anschließend ging es dann in den Ort zum Essen. Hier bereitete man sich gerade auf den "Ironman"-Triathlon vor. Es wurden Absperrungen und Tribünen aufgebaut, und zahlreiche Sportler zeigten schon mal ihre Laufanzüge. Am Samstag um 7:00 h startete der Wettkampf mit 3,8 km Schwimmen durch den Kalmarsund. Leider konnten wir von unserem Frühstückstisch an Bord aus nicht zusehen. Um 10:20 h – die meisten "Ironmen" befanden sich bereits auf der 180 km langen Radfahrstrecke – startete Connys Zug. Laura und ich haben uns wenig später zum Geo-Caching aufgemacht. Den ersten "Cache" haben wir nicht gefunden, aber die nächsten beiden! In den "Cache-Logbüchern" sind wir jetzt eingetragen. Beide waren als Elektro-Verteilerdosen getarnt. Das eine war mit Magneten unter einem Blechdach einer Hütte im Park versteckt und das andere am Gestell für den Gedenkstein zur Kalmarer Union.Figeholm

Womit wir bei der Geschichte der Stadt Kalmar angelangt sind. Wir waren bestimmt drei Stunden im Kalmarer Schloss, und wissen jetzt Bescheid. Ihr könnt selber dort hin fahren oder einfach Herrn Google fragen. Am Abend haben wir uns dann lecker was gekocht und sind in die Yachthafensauna gegangen. War wieder mal sehr kommunikativ. Anschließend sind wir dann wieder in den Ort. Dort tobte die Meute. Bis um 23:00 h trabten die letzter Läufer ins Ziel und wurden frenetisch gefeiert. Unglaublich. 16 Stunden nonstop Leistungssport. Alle Achtung.

 

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