02. Juni - Fliegender Start

„Nach dem Frühstück" sollte es losgehen, und – was soll ich sagen – um 11:35 h hat uns Conny die letzte Leine gelöst. Für berechnete 36 h auf See etwas spät, aber bei der Windvorhersage dürfte es etwas schneller gehen. Alles unter 30 h wäre super.

Crew1

Nachdem wir aus dem idyllischen Hafen von Möltenort heraus getuckert sind, haben wir bei Wind NW 5, am Leuchtturm Friedrichsort das Groß mit dem 2.Reff und die Fock gesetzt. Kaum gehen wir an den Wind, rast SUB DIVO los. Am Wind 7 kn. Das ist einer der Gründe, warum wir uns für die Banner 30 entschieden haben. Höhe Leuchtturm Kiel können wir abfallen und setzen Kurs auf den Fehmarn Belt. Der Tiefflug geht weiter und wird erst morgen vorüber gehen. Als wir gerade die Vogelflug-Fähr-Linie passiert haben, rufe ich Conny an. Alles läuft gut und die Stimmung an Bord ist auch gut. Die ersten 35 sm haben wir in gut 5 Stunden zurück gelegt. Jetzt müssen wir uns quer durchs Fahrwasser mit reichlich dicken Pötten navigieren um auf der Nordseite des Verkehrstrennungsgebietes zu gelangen. Um 22:00 sind wir kurz vor Gedser Rev und fliegen weiterhin über das Wasser. Ich verabschiede mich telefonisch bei Conny in die Nacht. Weiß eigentlich jemand, warum die Halbinsel zwischen Darßer Ort und Hiddensee „Fischland“ heißt? Falls es dort besonders viel Fisch gibt, wünsch ich all denjenigen, denen diese Fische später serviert werden, guten Appetit. Die Dorsche und Seehechte sind letzte Nacht gut von mir gefüttert worden... Der Wind nimmt zu auf 6 Bft. . Zwischendurch immer wieder Böen mit 28-32 kn = 7 Bft. Gut, dass er aus der richtigen Richtung kommt.

SU GedserDas habe ich mir genau so vorgestellt und bei meinem Opferschluck an Rasmus gewünscht. Hätten wir diesen Wind von vorn, wären wir vielleicht bis Bagenkop gekommen oder gar nicht erst gestartet. Durch das kalte Ostseewasser – gerade mal 12°C – ist auch der Wind kalt. Trotz zahlreicher Lagen Funktionswäsche, Vlies und wetterfester Kleidung ist uns kalt. Unsere Wachen dauern jeweils 1,5 h. Danach geht es gleich in die vorgewärmte Koje des Vordermanns. Anschließend ist Bereitschaft angesagt, die wir auch meist unter Deck im Liegen verbringen. Sitzen oder stehen unter Deck (... ich weiß, nur ich kann dort stehen...) geht gleich auf den Magen, und der ist eh schon entleert... Zum Sonnenaufgang verdecken noch leichte Schleierwolken selbige, aber ab ca. 8:00 h haben wir strahlend blauen Himmel. NexoeWind ist immer noch reichlich da und wir beschließen, statt Rönne – im Westen der Insel – auf die geschützte Lee-Seite nach Neksö zu segeln. Sind zwar ca. 15-20 sm (3 Stunden) mehr, aber wer weiß, wie hoch die Wellen in Rönne vor der Hafeneinfahrt stehen und wann wir dort wieder weg kommen. Um 15:55 h machen wir in Neksö fest. Es ist heiß. Die Sonne brennt. Wind ist kaum zu spüren. Welch ein Unterschied zu den vergangenen 28 Stunden und 20 Minuten in denen wir 195,58 sm zurückgelegt haben. Im Mittel – einschließlich der Hafenmanöver: 6,9 kn. Noch sind mir diese Zahlen wichtig. Ich hoffe allerdings, bald zu entschleunigen. Morgen starten wir schon mal einen Anfang: Hafentag, lange ausschlafen, faulenzen, Stadtrundgang.


 

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